KI-Einführung beginnt nicht mit einer Strategie für die ganze Firma. Sie beginnt mit einem konkreten Problem, das ein Agent heute schon besser löst — und einem Wissen, das danach für alle weiteren Use Cases bereitsteht. Das ist der Weg, den wir mit unseren Kunden gehen.
Der erste Use Case liefert nicht nur eine Lösung. Er erzeugt einen strukturierten Wissensbestand, den jeder weitere Use Case nutzt — und der mit jeder Iteration wertvoller wird.
Wir wählen einen wiederkehrenden Schmerzpunkt — z. B. den nächtlichen Pager-Alarm im Betrieb. Ein Agent bekommt Zugriff auf die relevanten Quellen (Tickets, Logs, Code, Dokumentation) und liefert ab Tag 1 einen Lösungsvorschlag. Der Mensch entscheidet.
Was der Agent über euer Unternehmen gelernt hat — Systeme, Verantwortlichkeiten, Lösungsmuster — bleibt nicht in einem Use Case stecken. Der nächste Anwendungsfall, z. B. Onboarding neuer Mitarbeiter:innen, baut darauf auf statt bei Null zu starten.
Sales, Marketing, Datenschutz, Finance — jede Abteilung bekommt eigene Agenten auf demselben Fundament. Aus zwei Use Cases wird eine Plattform, auf der Neues schnell entsteht.
Wir starten nicht mit Folien, sondern mit einem Schmerzpunkt, den ihr wirklich habt. Beispiel: ein wiederkehrender Incident, der euer Team nachts aus dem Bett holt. Ein Agent bekommt geregelten Zugriff auf die Quellen, die ein Mensch in dieser Situation auch nutzen würde — Ticket-Historie, Source-Code, Logs, Runbooks.
Daraus entsteht ein Lösungsvorschlag mit Kontext. Der Mensch reviewt und entscheidet. Jede Entscheidung — Annahme oder Ablehnung — fließt zurück in das Wissen, das alle weiteren Use Cases tragen.
Während Stufe 1 produktiv läuft, ist nebenbei etwas Wertvolles entstanden: ein strukturiertes Bild eures Unternehmens. Welche Systeme sprechen miteinander, wer ist für was zuständig, welche Lösungsmuster funktionieren — Wissen, das neue Mitarbeiter:innen sonst monatelang aus Kaffeegesprächen extrahieren müssen.
Der nächste Use Case greift darauf zu, statt bei Null zu starten. Onboarding ist ein typisches Beispiel: ein Agent, der neuen Kolleg:innen Kontext und Code erklärt, Ansprechpartner:innen nennt und sie an einer echten ersten Aufgabe Schritt für Schritt anleitet.
Das gesammelte Wissen ist beim Start des nächsten Use Case nicht leer. Jeder Vorfall, jede Entscheidung, jede gelöste Frage hat es gefüllt.
Eine geführte Erkundung statt einer Kaffee-Tour. Produktiv ab Tag 3, nicht ab Monat 3.
Spätestens jetzt zeigt sich, was Stufe 1 und 2 wirklich aufgebaut haben: nicht zwei isolierte Lösungen, sondern ein Fundament. Andere Abteilungen bekommen eigene Agenten — Sales liest CRM-Verläufe, Marketing analysiert Kampagnen, Datenschutz prüft Verarbeitungen, Finance reconciliiert Buchungen.
Alle auf demselben Fundament. Jeder neue Agent muss euer Unternehmen nicht nochmal von vorn lernen — er erweitert das Vorhandene um sein Domänenwissen. Der zweite Use Case kostet weniger als der erste. Der zehnte fast nichts.
Parallel zu jedem Use Case läuft ein Security- & Compliance-Agent. Er prüft kontinuierlich, ob das Unternehmen seinen eigenen Standards noch entspricht — sucht nach Lücken, ungewöhnlichen Mustern und regulatorischer Drift. Findet er etwas, landet es als priorisiertes Ticket beim Menschen.
Wir starten meistens mit einer Stunde, in der du beschreibst, wo es heute hängt — und wir gemeinsam einschätzen, ob Stufe 1 reicht oder ob du gleich auf Stufe 3 zielen solltest.